Austausch mit Experten über die Zukunft der Zustellung
Für ALFA 3 waren Alena Castellon, Mike Bogel und Rostislav Týn vor Ort.
Die Konferenz war eine gute Gelegenheit, mit Fachleuten aus Post und Logistik, mit Betreibern von Abholnetzwerken und mit Technologieanbietern ins Gespräch zu kommen. Die großen Themen: der Ausbau der Außer-Haus-Zustellung (Out-of-Home, OOH), die bessere Auslastung von Paketstationen und die Frage, wie die verschiedenen Akteure im Logistikmarkt enger zusammenarbeiten können.
Ausbau der Außer-Haus-Zustellung (OOH)
Bessere Auslastung von Paketstationen
Enge Zusammenarbeit der Akteure im Logistikmarkt
Paketstationen werden zum festen Bestandteil der Zustellinfrastruktur
Ein zentrales Thema war die wachsende Bedeutung von Selbstbedienungs-Paketstationen und Abholstellen. Kunden wollen ihre Sendungen zunehmend dann abholen, wann und wo es ihnen passt.
Mit dem Ausbau der Netzwerke rückt allerdings eine andere Frage nach vorn: Wie gut sind sie eigentlich ausgelastet? Für Betreiber zählt längst nicht mehr nur die Anzahl installierter Paketstationen, sondern auch ihre Verfügbarkeit, ihre Auslastung und die Fähigkeit, unterschiedliche Sendungsarten und Kundengruppen zu bedienen.
Deshalb rücken offene Abholnetzwerke in den Fokus, bei denen mehrere Versanddienstleister dieselbe Infrastruktur nutzen. Ein Beispiel ist das Netzwerk Locky, das laut den auf der Konferenz vorgestellten Zahlen im August 2026 bereits mehr als 1.700 Paketstationen in Portugal und Spanien betrieb.

Kunden sind bereit, ihre Zustellart zu ändern
Spannende Einblicke in das Verhalten von Paketempfängern lieferte eine Präsentation des Unternehmens Kanguro.
Mehr als 45 % der befragten Empfänger leiteten ihre ursprünglich geplante Zustellung noch vor der Abfahrt des Zustellfahrzeugs an eine Abholstelle um. Und wer diese Möglichkeit einmal genutzt hatte, blieb meist dabei: 58 % entschieden sich auch bei der nächsten Sendung wieder für eine Abholstelle.

Das zeigt: Wird die Alternative zur Haustürzustellung zum richtigen Zeitpunkt angeboten, nehmen Kunden sie gern an. Und die letzte Zustellphase lässt sich dadurch deutlich effizienter planen.
Neue Chancen: Retouren und Wiederverwendung von Waren
Diskutiert wurde außerdem die wachsende Bedeutung von Rückführungslogistik, Paketrücksendungen und dem Markt für gebrauchte Waren, dem sogenannten Recommerce.
Paketstationen sind damit längst nicht mehr nur Abholpunkt für Onlinebestellungen. Sie entwickeln sich zu vielseitigen Anlaufstellen für Versand, Rückgabe und Übergabe von Paketen.
Abholung von Einkäufen
Versand
Rückgabe
Übergabe von Paketen
Ihre Funktionen zu erweitern, ist deshalb eine der wichtigsten Entwicklungsrichtungen für die gesamte Branche.

Wir behalten die moderne Logistik im Blick
Die ParcelNext hat bestätigt: Die Zukunft der Zustellung liegt nicht allein im Ausbau der Infrastruktur. Mindestens genauso wichtig sind die Zusammenarbeit zwischen Versanddienstleistern, die effiziente Nutzung vorhandener Kapazitäten und Dienstleistungen, die wirklich zu den Bedürfnissen der Kunden passen.



Für unsere Kolleginnen und Kollegen war Lissabon damit genau das Richtige: neue Erkenntnisse, neue Kontakte und ein guter Überblick darüber, wohin sich der europäische Markt für automatisierte Selbstbedienungszustellung bewegt.
